PRAG THEATER

Národní divadlo PrahaPrag ist nicht nur eine Stadt der Türme, sondern auch eine Stadt der Bühnen – und zwar in einer Dichte, die man sonst eher von Kaffeehäusern kennt. Wer hier abends loszieht, stolpert fast zwangsläufig über Theater: vom ehrwürdigen Národní divadlo (Nationaltheater) über die experimentellere Nová scéna bis zur charmant-aufgeladenen Atmosphäre der Stavovské divadlo (Ständetheater). Dazu kommen starke Institutionen wie das Divadlo na Vinohradech oder das Divadlo Spejbla a Hurvínka – und dazwischen eine lebendige Szene an Spielorten, die zwischen klassischem Repertoire, modernen Texten und mutigen Formen pendelt. Kurz: In Prag ist „Was machen wir heute Abend?“ nicht die Frage – die Frage ist, wie man sich entscheidet, ohne innerlich zu implodieren.

Was die Gegenwart dieser Stadt aber besonders macht, ist die Mischung aus Tradition und touristisch-verständlichem Zauber: Theater, das nicht zwingend perfekte Sprachkenntnisse braucht, um zu wirken. Genau hier glänzt Prag mit einem Markenzeichen, das in Europa selten so konsequent gelebt wird: dem schwarzen Theater. Nach der Pandemie sind in Prag aktuell nur noch vier Black-Light/Schwarzlicht-Theater wirklich aktiv – HILT black light theatre, Image theatre, WOW show und Srnec theatre. Das ist keine nostalgische Fußnote, sondern ein kleiner Realitätscheck: Diese Kunstform ist anspruchsvoll, logistisch teuer und lebt davon, dass sie präzise gespielt wird – nicht „irgendwie“, sondern millimetergenau. Wenn du also Schwarzlicht sehen willst, siehst du nicht „irgendeine Show“, sondern praktisch das heutige Kernfeld dessen, was in Prag wirklich noch dauerhaft produziert und gespielt wird.

Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf HILT black light theatre: nicht als „eine weitere Attraktion“, sondern als Teil dieses sehr kleinen, sehr lebendigen Kreises, der die Black-Light-Tradition in Prag im Hier und Jetzt hält. Während viele Bühnen verständlicherweise textgetrieben sind, setzt Schwarzlichttheater auf Bildsprache, Timing, Humor ohne Worte – und auf diese poetische Art, Gefühle sichtbar zu machen, ohne sie zu erklären. Das passt zu Prag wie Kopfsteinpflaster zu Regen: ein bisschen gefährlich, sehr schön, und wenn man einmal drin ist, will man nicht mehr raus. Ob du danach noch ins klassische Repertoire abtauchst, eine moderne Inszenierung suchst oder einfach nur diesen einen Abend willst, der im Gedächtnis bleibt – Prag liefert. Man muss nur wissen, wo die Bühne wirklich leuchtet.